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Des cuivres, de la musique, des cris

14 juin 2009

WB« Nie mehr hat Musik etwas so Entmenschtes, Schamloses besessen, als die der beiden Blechkapellen, die den Strom von Menschen temperierten, der sich zwischen den Kafferestaurationen des Zoos die Lästerallee entlangschob. Heute erkenne ich, was die Gewalt dieser Strömung ausmachte. Für den Großstädter gibt es keine höhere Schule des Flirts als diese, die umgeben war von den Sandplätzen der Gnus und der Zebras, den kahlen Bäumen und Rissen, auf denen die Aasgeier und die Kondore nisteten, den stinkenden Wolfsgattern und den Brutplätzen der Pelikane und Reiher. Die Rufe und die Schreie dieser Tiere mischten sich mit in den Lärm der Pauken und des Schlagzeugs. Das war die Luft, in welcher zum ersten Mal der Blick eines Knabens auf eine Vorübergehende fiel, während er um so eifriger zu seinem Freunde sprach. Und so groß war die Mühe, weder in Blick noch Stimme sich zu verraten, dass er nichts von ihr sah. »

Walter Benjamin, Berliner Chronik, in: Gesammelte Schriften 6, Frankfurt 1985, p. 484.

Signalons au passage la somme admirative que Bruno Tackels vient d’écrire sur Walter Benjamin, Une vie dans les textes. et l’hommage tout épuré sur Youtube . Il est intéressant de voir qu’un auteur aussi discret incite un tel engouement de bibliographie secondaire. Surtout quand on doit se demander à chaque nouvelle publication : qu’apporte-t-elle de nouveau ?

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